FARBE


Man sagt analoger Film hat im Vergleich zum digitalen Abbild eines Sensors etwas organisches. Es wirkt echter, weicher ohne dabei unscharf zu sein.
Hauttöne werden grundsätzlich als Hauttöne abgebildet, etwas, das in der digitalen Fotografie eines Weißabgleichs bedarf. Analoge Kameras funktionierten, sobald sie die Fabrik verließen. Film rein und es ging los. Bei den Filmen gab und gibt es durchaus markante Unterschiede, aber sie wurden eigens gefertigt, um ein bestimmtes Abbild (Farben & Kontrast) zu erzielen.

Auch bei den digitalen Sensoren gibt es selbstverständlich Unterschiede in der Abbildungsleistung, aber durch die Parameter einer digitalen Kamera bereits im mittleren Preissegment ergeben sich die Möglichkeiten von hundert verschiedenen Filmen, und es bedarf einiger Versuche, bis man die für sich persönlich passenden Einstellungen gefunden hat. Jedes Objektiv aus gleicher Produktion hatte damals einen eigenen Charakter. Die Kameras unterschieden sich nur in ihrem Funktionsumfang, funktionierten im Grunde jedoch alle gleich. Heute geben Objektive aus gleicher Produktion (abgesehen von Produktionsfehlern) exakt das gleiche Bild und durch rasanten technischen Fortschritt sind Kameras aufgrund ihrer Abbildungsleistung nur wenige Jahre später veraltet und nahezu wertlos.
Vielleicht liegt der Unterschied darin, dass Film dem Sehen nachempfunden wurde. Ein Sensor jedoch nicht das Auge, sondern Film emuliert.