NACHT


Lange Zeit war es schlichtweg nicht möglich, die Nacht einzufangen. Filmmaterial, dem die heutigen digitalen Sensoren nachempfunden wurden, wie das Objektiv dem Auge, basierte auf Lichtempfindlichkeit. Kein Licht und es gab nichts zu sehen. Die Reichweite eines Blitzes war und ist schlichtweg nicht groß genug. Für Filmproduktionen mussten früher riesige Scheinwerfer eingesetzt werden oder im späteren Verlauf Practicals (Lichtquellen im Bild) mit stärkeren Leuchtmitteln bestückt.

Als Pendant in der Fotografie gilt Gregory Crewdson, der Filmbudgets in ein Foto steckt und auf diese Weise Fotos so ausleuchten lässt, als wären es Szenen aus einem Film mitsamt Darstellern. Die festgehaltenen Augenblicke sind nicht zu verachten, doch von Realismus weit entfernt.

 

In der Fotografie gab es schon früh die Möglichkeit der Langzeitbelichtung, wodurch sich bewegende Objekte jedoch dementsprechend verwischten. Ein höhere Lichtempfindlichkeit des Films konnte Abhilfe schaffen, brachte jedoch eine grobere Körnung und somit eine geringere Schärfe mit sich, genauso wie heute mit der Verwendung höherer Iso-Werte das Rauschen im Bild zunimmt, welches jedoch durch digitale Artefakte wesentlich unangenehmer zu betrachten ist. Durch immer höhere Lichtempfindlichkeit der Sensoren, Lichtstärken der bezahlbaren Objektive und Techniken zur Rauschunterdrückung lässt sich die Nacht leichter ablichten.

Doch sind Low Light-Aufnahmen für die meisten Kameras immer noch eine Herausforderung, wodurch der Aspekt der Stimmung & Atmosphäre im Gegensatz zur brillanten Schärfe & Abbildungsleistung in der Nachtaufnahme überwiegt.