NATUR


Seit jeher faszinierte die Natur die Maler. Und antike Völker verehrten sie wie eine Gottheit, bot sie schlichtweg die Nahrung, um zu überleben, und barg gleichermaßen eine ungemeine Zerstörungskraft. Doch stillte sie nicht nur unseren Hunger, sondern befriedigte auch ein visuelles Verlangen nach Schönheit. So viele Assoziationen, die durch Blüten, Bäume, Wasser oder der schlichten Freiheit eines Feldes geweckt werden. Bereits die Neanderthaler malten Tiere an die Wände ihrer Höhlen. Vielleicht um sie sich "nach Hause" zu holen, wobei der praktische Nutzen als Trophäe oder zur Planung einer Jagd und dergleichen wahrscheinlich im Vordergrund stand.

 

Doch liegt neben der Schönheit oder Harmonie noch etwas anderes im Blick eines Tieres. Etwas Fremdes, dass irgendwann weit zurück in unserer Entwicklung einmal vertraut war. Das für uns jetzt als gar nicht so harmonisch wahrgenommene wilde Wachstum. Die Rückeroberung, die Franz Hohler in seiner gleichnamigen Erzählung schildert. Ein Kampf.

 

Und so fremd, wie sich dem Stadtmensch die ländliche Geräuschkulisse darbietet, nahezu still, so wagt sich der Straßenfotograf in für ihn unbekanntes Territorium. Denn die Szenerie ist nur die halbe Wahrheit.