STADT


In der sogenannten Straßenfotografie, aus dem Englischen "Street Photography" direkt übersetzt und als Genre übernommen, geht es sich jedoch nicht bloß darum, Straßen zu fotografieren. Doch so fing es durchaus an. Ende des 19. Jahrhunderts diente die Kamera der Dokumentation, insbesondere in Form der Reisefotografie. Bildbände aus China oder Indien schafften einen Einblick in fremde und damals unbekannte Länder. Wenige Jahre später begann Eugène Atgets seine Heimatstadt Paris in dem selben Licht zu betrachten, zu erforschen und zu porträtieren. Straßenzüge, Nischen, Geschäfte, Parks, Hinterhöfe, Treppen & die Menschen, denen er dabei über den Weg lief.

 

So bildet der Begriff "Street Photography" schlichtweg den Gegensatz zur Fotografie im Studio oder dem damaligen Atelier und lässt sich so besser als "On the street - Photography" verstehen oder als vielleicht passendere deutsche Übersetzung "Alltagsfotografie". Der Alltag, der durch die Aufhebung der selektiven Wahrnehmung in Form des Blickes durch den Sucher der Kamera plötzlich nicht mehr so alltäglich erscheint.