ESSAY




ÜBER DEN KURZFILM

Carsten Göttel

 

 

Dieses Dokument behandelt die Form des Kurzfilmes, den Aufbau und insbesondere die Wirkung und daher die Vorzüge dieses Formates.

 

Der Kurzfilm und sein Publikum

 

Zugegebenermaßen gibt es kein großes Publikum für den Kurzfilm. Selbstverständlich finden unzählige Wettbewerbe statt, die diesem Format eine Plattform bieten. Doch die Wahl einen Kurzfilm zu produzieren resultiert häufig aus mangelnder Finanzierung und Infrastruktur und daher kurz gesagt dem wesentlich geringeren Aufwand. Und so bilden diese Wettbewerbe eine Anlaufstelle für junge Filmemacher, um ihr können unter Beweis zu stellen und über kurz oder lang den Spielfilm zu produzieren, der im Eigentlichen das Ziel des jungen Filmemachers darstellt. Natürlich gibt es eine Kurzfilmszene, Screenings und dergleichen, deren grobe Natur jedoch eher dem Kunst- und Experimentalfilm gedacht ist. So gibt es wenige Betrachter, die sagen würden, dass sie ausschließlich Kurzfilme sehen, aber viele die selten einen Kurzfilm gucken, wenn er nicht gerade auf einem Wettbewerb ausgestrahlt wird oder als Teil dessen die Ausstrahlung gewonnen hat. Dementsprechend hält der Kurzfilm ein sehr viel geringeres Gewicht gegenüber dem Spielfilm, der massenhaft Zuschauer in die Kinosäle zieht. Der Kurzfilm ist schon aufgrund der Länge kein Primetime-Format und findet daher häufig nur gebündelt einen Programmplatz. Daher ist er auch nur bedingt mit der Kurzgeschichte zu vergleichen, die ebenfalls erste Anlaufstelle für junge Autoren bildet, jedoch auch im Portfolio gestandener Autoren immer wieder auftaucht und ganze Anthologien ein und desselben Autors fühlt. Beispielsweise findet man in einer Videothek wenig Kurzfilme oder Kurzfilmsammlungen. Auch gibt es keine Kurzfilm-"Charts" oder Mund zu Mund Propaganda über den neusten Kurzfilm dieses und jenes Regisseurs. Gleichwohl gibt es Segment-Spielfilme in denen unterschiedliche Regisseure verschiedene Segmente umgesetzt haben, oder zu einem bestimmten Thema mehrere Kurzfilme diverser Regisseure gezeigt und als Spielfilm vermarktet werden.

Ebenso fällt die Unterscheidung beim Kurzfilm zwischen Mainstream und Arthouse schwer. Alleine aufgrund der Länge fällt der Kurzfilm doch häufig in die zweite Kategorie, was nicht heißen muss, dass er damit automatisch Kunst ist. Gleichermaßen behandelt dieses Dokument nicht den Kurzfilm als verfilmter Sketch oder dem Genre Komödie zuzuordnen, auch wenn im weiteren Verlauf kurz auf dieses Format eingegangen wird, sondern spezifisch den dramatischen Kurzfilm und dementsprechend auch nicht den kurzen Experimentalfilm, der eher der Videokunst zuzuordnen ist.

 

 

Der Spielfilm

 

Während der Spielfilm zu viele Informationen bietet oder bieten sollte, als dass der Zuschauer direkt und unmittelbar im Anschluss reagiert, ist der Kurzfilm in der Lage eben diese Reaktion auszulösen.

Eine Meinung, ob der Zuschauer einen Spielfilm als gut oder schlecht empfindet, bildet sich in den meisten Fällen bereits während der Darbietung und im regulären Fall innerhalb der ersten 15 Minuten. Wie gut oder wie schlecht er oder sie ihn findet, stellt sich dann im weiteren Verlauf heraus. Jedoch bildet das Ende erst einmal einen Abschluss des Gesehenen. Ein Applaus z.B. stellt dabei nur eine gelernte physische Reaktion auf ein positives Empfinden dar und unterliegt gleichermaßen der Gruppendynamik. Die unmittelbare, direkte Reaktion ist damit aber nicht gemeint.

 

Das heißt, die Wirkung des Spielfilmes entfaltet sich über Stunden, Tage, Wochen und Jahre. Beispielsweise Szenen, an die man immer wieder denkt, sie manchmal mehrere Jahre später, ohne den Film in der Zwischenzeit noch einmal gesehen zu haben, erneut reflektiert. Szenen, die den Betrachter im Alltag einholen. Szenen, in denen man sich immer noch fragt, was ein Charakter meinte oder wie sich die Szene parallel zum Schnitt weiterentwickelt hat, ob ein Charakter hätte anders handeln können oder schlicht und einfach, was genau in einer Szene passiert ist. Das ist großartiger Spielfilm, Kunst, wie ein Gedicht oder eine Malerei, die sich organisch entwickelt und ein Leben außerhalb des Anfanges und des Endes und gleichermaßen über den Rand der Leinwand oder die Grenze des Mediums hinaus führt.

Durch die Diskussion entwickelt sich die Perspektive weiter und wird universeller, ohne jedoch das gesamte Bild ersichtlich zu machen, dynamisch wie ein Puzzle, bei dem, wenn man an eine neue Stelle anlegt, die entferntesten, alten Teile wieder auseinanderbrechen.
Damit ist gemeint, dass der Zuschauer einen guten Film nicht zu 100% verstehen kann und auch nicht soll, da er dadurch quasi zum allwissenden Betrachter werden würde. Durch Recherche, wie Interviews mit dem Regisseur, dem zeitgenössischen Hintergrund der Entstehung oder Making Ofs kann er dem Allwissenden und daher dem Filmemacher selber in seiner Betrachtungsweise durchaus nahe kommen, jedoch nie den gleichen Blickwinkel einnehmen.
Aus diesem Grund sind es doch gerade die Filme, in denen man immer wieder etwas Neues entdecken kann, die eine lange Halbwertszeit für sich beanspruchen, was gleichermaßen mit einem hohen Gehalt an Inhalt bzw. Informationen1 und einem gewissen Interpretationsspielraum einhergeht, doch Letzteres nur insofern, dass dem Zuschauer nicht jedes Detail auf dem Silbertablett serviert wird.

 

Der Kurzfilm

 

Der Kurzfilm jedoch hallt selten Jahre später wieder, wenn nur wie ein Déjà-vu, ein Hauch des schon einmal Gesehenen, unzuortbar. Die Wirkung des Kurzfilms entfaltet sich direkt, wo im Spielfilm die nächste Szene den Betrachter davon abhält, zu reagieren, da er neue Informationen aufnehmen muss, bietet der Kurzfilm Zeit. Es kommt nichts mehr. Das war es. Keine Auflösung. Kein Abschließen. Nur ein kleiner Ausschnitt. Der Kurzfilm braucht diesen Abschluss nicht, da die Länge nicht ausreicht, als dass der Zuschauer so tief hineinsinken könnte, dass sein Verstand ohne Closure, ohne Antwort mit diesem leeren Gefühl zurückgelassen wird, das sich am besten als Enttäuschung beschreiben lässt. Enttäuschung darüber, so sehr geglaubt zu haben, sich so viele Fragen gestellt zu haben, nur um dann mit nichts zurückzubleiben, als ob er über 90 Minuten eine fremde Frucht gezeigt bekommt über die jeder spricht und die die Handlung maßgeblich ausmacht, ohne die Frage zu beantworten "Wie schmeckt sie denn?".

 

Im Gegensatz zum Kurzfilm, wo es genau diese Frage sein könnte, über die der Zuschauer wenige Sekunden nach dem Sehen nachdenkt, ohne dass sie je gestellt wurde. Ein Kurzfilm hat jedoch nicht das Ziel, dass der Zuschauer sich eine bestimmte Frage stellt, oder überhaupt über eine Frage nachdenkt. Ziel des Kurzfilmes und gleichermaßen die ihm eigene Stärke ist eher zu vergleichen mit einem japanischen Haiku. Dabei besteht die Halbwertszeit eines Kurzfilmes für den Zuschauer darin, sich dieses Gefühl noch einmal bewusst zu machen, sich noch einmal an Gedankengänge zu erinnern, die er unmittelbar nach Betrachtung des Filmes hatte, ohne dass diese direkt im Film fokussiert wurden. Eine Stimmung. Ein Trigger, der den Kurzfilm zudem zu einer persönlicheren Erfahrung macht als den Spielfilm. Das heißt, zu einer individuelleren Erfahrung. Das Ende eines Spielfilmes und auch das Gefühl, mit dem der Betrachter zurückgelassen wird, lässt sich diskutieren, während es beim Kurzfilm fast unmöglich ist bzw. sein sollte, es in Worte zu fassen. Zu kurz ist diese Erfahrung.
Dementsprechend vergleichbar mit dem Haiku, dessen Sinn man hinterfragt beim ersten Satz, das im zweiten eine Geschichte erzählt und den Leser nach der dritten Zeile zurücklässt mit diesem Gefühl von Erstaunen. Demnach ist das Ziel des Kurzfilmes und damit gleichzeitig die Erklärung, wie man einen guten Kurzfilm produziert, den Zuschauer mit dem ihm dargestellten Informationen gerade so weit zu überfordern, dass er während der Laufzeit des Filmes nicht aus Überanstrengung mental abschaltet, sondern das Fass nach und nach gefüllt wird und erst ein einzelner Tropfen überläuft, nachdem der letzte Frame gezeigt wurde. Und dieses Überlaufen ist essenziell, sonst wäre es nur eine Ansammlung von Informationen, ein gefülltes Gefäß, wie der Spielfilm ohne Closure. Eine Enttäuschung.
Das erste Schwarzbild und damit das Ende und gleichzeitig die Gesamtheit des Werkes muss das Fass zum Überlaufen bringen, wodurch genau dieser Moment ausgelöst wird, der kurze Ausatmer, keine Emotion, nur ein Augenblick der Überwältigung kurz bevor der Verstand einsetzt und beginnt das gesehene zu reflektieren, zu ordnen, während gleichzeitig die Gedanken dieses Momentes verblassen.
Das ist ein großartiger Kurzfilm, Kunst.

 

Länge

 

Die Länge ist dabei equivalent zu dem nötigen Gehalt an Information, um diesen Moment auszulösen. Das heißt ein 30-Sekünder benötigt innerhalb dieser Zeit die gleiche Menge an Informationen, wie ein 15-Minüter. Dies scheint schier unmöglich, bedeutet aber nur, dass der Sprung anders vorbereitet werden muss.

Daher würde es auch wenig Sinn machen, nur das Ende oder eine beliebige Szene aus einem Spielfilm zu schneiden und als Kurzfilm jeglicher Länge zu deklarieren. Es würde nicht funktionieren. Das heißt, die Länge muss Teil des Konzeptes sein.
Im Spielfilm sollte frühzeitig die Frage beantwortet werden, um wen geht es. Der Protagonist.

In einem 2-Minüter ist dies nicht nur wenig sinnvoll, sondern verschlingt wertvolle Zeit.
Dabei lässt es sich wieder an der Literatur orientieren. Ein Haiku stellt keinen Protagonisten vor, sondern eine Situation, eine Stimmung, danach folgt Aktion und darauf Konsequenz. Ein Gedicht beispielsweise kann sich nur mit einer Stimmung beschäftigen, solange am Ende ein Resultat steht, eine Beobachtung, eine Information, die das gesehene erweitert, überraschend, dennoch logisch.
Eine Kurzgeschichte verlangt nicht viel mehr, doch wenn sie über eine Leselänge von 1 Minute ( ca. 1 Seite) hinausgeht, benötigt es mehr Informationen. Diese werden je nach literarischer Form anders definiert. Ein bestimmter Reim im Gedicht kann die nötige Information geben. Ebenso eine kurze Beschreibung in der Kurzgeschichte und gleichermaßen ein audiovisuelles, gestalterisches Mittel im Kurzfilm.

 

In diesem Text möchte ich nicht auf Beispiele eingehen, den Beispiele verleiten zum Nachahmen. Beispiele geben Definition im Gegensatz zur Innovation.

 

In einem 15-Minüter sollte es deutlich sein, um wenn es geht, doch um mit Absicht einer Identifikation zu entgehen, besteht die Möglichkeit, die Stimmung zum Protagonisten zu machen und daher ist die Frage um so wichtiger, um was es geht. Sonst erhält man einen Ausschnitt aus einem Spielfilm, der für sich zusammenhanglos steht und bei einer gewissen Länge unabhängig vom Resultat sinnlos erscheint.

Laut den meisten Festivalkriterien handelt es sich bei der empfohlenen Länge eines Kurzfilmes um grobe 15 Minuten. Dies liegt jedoch nicht der Kunst des Kurzfilmes zugrunde, sondern ist organisatorisch veranlagt. Bei den meisten Kurzfilmfestivals liegt dabei eine gröbere Zeiteinteilung vor. Selbstverständlich wäre es nicht fair, einen 1-Minüter gegen einen 22-Minüter antreten zu lassen. Aber dies sind alles Kriterien des Wettbewerbs, nicht der Kunst einen Kurzfilm zu produzieren.

Gleichermaßen kann eine Kurzgeschichte nicht auf eine spezifische Länge definiert werden, sonst verliert sich der kreative Spielraum. Wenn es denn, übertrieben gesprochen, möglich ist, sie in einem Satz zu erzählen, ohne dass auf endlose Nebensätze zurückgegriffen wird, dann ist dies die richtige Länge.

Weiterhin lassen sich Parallelen zur Kunst ziehen. In dem Sinne, dass ein 1-Sekünder, weitaus weniger Arbeit erfordert als ein 20-Minüter. Das macht den 20-Minüter jedoch nicht automatisch besser und bietet nur ein minderes Qualitätsmerkmal. Wenn nur ein Strich von Nöten ist, um den Punkt des Malers rüberzubringen und jeglicher weiterer Strich diesen Punkt zunichtemachen würde, dann reicht nur der eine Strich. Wenn durch jede weitere Sekunde der Inhalt des Kurzfilmes verwässert wird, dann reicht die Sekunde. Dies ist allerdings symbolisch gesprochen, da selbstverständlich das Empfinden des Zuschauers und seine Seherfahrung mitwirken.

Demnach wäre die Kritik an einem 1-Sekünder rein praktischen Ursprungs. Was ist, wenn der Betrachter in dem Moment blinzelt?
Reicht eine Minute, um ihn dem Alltag zu entziehen? Häufig stellt sich bei 1 oder 2-Minütern schon Langeweile ein, und es fühlt sich an, wie ein 5-Minüter.
Das beweist, es geht um den Gehalt an Informationen, obwohl dazu gesagt sein muss, dass sich Langeweile auch durch einen Überfluss an Informationen einstellen kann. In dem Fall, dass das Gesehene keinen Sinn erfüllt. Dementsprechend ist Timing für einen Kurzfilm so essenziell, wie für Humor. Was nicht heißt, dass ein Kurzfilm vom Genre nicht Comedy-orientiert sein kann. Doch auch da bleibt zu beachten, dass der Betrachter der Natur des Lachens gemäß in seiner Aufmerksamkeit eingeschränkt ist. Ein Schmunzeln hat nicht den gleichen Effekt. Daher muss bereits im Konzept Platz geschaffen werden, der bei einem Stand-up Comedian, durch "Faxen", sein eigenes Lachen oder weiterführende Ausschweifungen gefüllt wird, die an sich nicht von Nöten wären. Dementsprechend muss Aktion stattfinden und je nach Länge des Kurzfilmes ist die Zeit zu wertvoll, um sie durch "Faxen" zu verschwenden.

Dazu kommt jedoch die Komödie ein Format für sich ist und ein an Comedy-orientierter Kurzfilm bestenfalls einem Sketch gleicht. Das heißt wiederum nicht, dass Humor in einem Kurzfilm fehl am Platz ist. Es geht um den Kontrast, um die Wirkung. Drama wirkt so realer, wenn es Humor enthält.

Und das Gleiche zählt für den Kurzfilm, wobei die Balance zu beachten ist.

 

Der Kurzfilm als komprimierter Spielfilm

 

Woran viele Kurzfilme "scheitern", ist der Versuch eine Spielfilmidee in einem Kurzfilm zu verarbeiten. Ein weiterer Beleg dafür, dass es in vielen Fällen eigentlich das Anliegen ist, einen Spielfilm zu produzieren, jedoch vor dem vermeintlich höheren Aufwand zurückgeschreckt wird. Die Filmemacher denken Spielfilm, weil sie Spielfilme gucken. Daher liegt der Gedankengang nah, dass ein Kurzfilm nur ein kurzer Spielfilm ist. Ein Trugschluss, da es sich um ein vollkommen anderes Format handelt.
Dies führt häufig dazu, dass Kurzfilme zeitlich gerafft erscheinen, große Zeitsprünge aufweisen und generell eine hektische Erfahrung darstellen, ähnlich wie wenn jemand einem versucht, schnell eine Geschichte zu erzählen.
Als Zuschauer/Zuhörer lässt sich dem Ganzen schwer folgen. Nun bleibt einem im Gespräch die Möglichkeit die andere Partei zu unterbrechen und nachzufragen. Eine Möglichkeit, die der Kurzfilm ausschließt und wenn der Zuschauer der Geschichte nicht mehr folgen kann, stellt sich Langeweile ein, egal wie interessant die Geschichte eigentlich ist.

Nun mag sich der Gedanke ergeben, dass sich doch die klassische 3-Akt-Struktur auf einen Kurzfilm anwenden lasse, eben nur zeitlich gerafft, ebenso, wie sich die 3-Akt-Struktur auf eine Szene anwenden lässt.

Jedoch basiert die 3-Akt-Struktur ebenso auf der Identifikation mit dem Protagonisten. Nun wäre es eine Meisterleistung, diese in so kurzer Zeit zu erwirken, jedoch nicht unmöglich. Doch hätte der Zuschauer keine Zeit sich mit dieser Identifikation vertraut zu machen. Es wäre gerade genug Zeit ihm eine Identifikation "aufzuzwingen", um dann bereits mit Plot Point 1 zu starten.
Eben, dass, gerade als es dem Zuschauer möglich ist, eine Bindung zum Protagonisten aufzubauen, dieser bereits "von der Klippe geschubst" wird, soll heißen das dessen Leben eine intensive Veränderung durchläuft.
Dies in kurzer Zeit glaubhaft zu realisieren, ist ebenso schwer, wie eine schnelle Identifikation hervorzurufen und man merkt bereits jetzt, wie der Zuschauer schon an dieser Stelle den Geschehnissen hinterherhinkt. Dementsprechend würde man wertvolle Zeit verschwenden, eine Identifikation mit dem Protagonisten zu "provozieren", wenn doch in der kurzen Spieldauer gar nicht dieselbe Fallhöhe erreicht werden kann. Eine Herangehensweise an den Kurzfilm in dieser Form halte ich daher für den falschen Ansatz.

 

Fazit

 

Vielleicht ist es auch dem Mangel an einschlägiger Literatur zuschulden, dass der Kurzfilm, als eigenständiges Format, bisher selten wahrgenommen wurde. Mit Sicherheit ist die Frage der Vermarktung ebenso ausschlaggebend. Dennoch sollte es jedem Filmemacher ein Anliegen sein, die ihm eigene Form des Kurzfilmes zu nutzen, um den Zuschauer auf einer Ebene zu erreichen, wie es eben nur durch den Kurzfilm möglich ist. So bildet der Kurzfilm mehr als eine Spielwiese für zukünftige Spielfilmmacher, sondern ein Format, dessen Grenzen nur insofern als solche definiert werden können, wie beispielsweise auch die Dokumentation andere Möglichkeiten der audiovisuellen Kommunikation eröffnet, als es der Spielfilm tut.

 

1 Mit Informationen sei an dieser Stelle nicht die Menge eines bestimmten Gehaltes oder Inhaltes in anderer Form Daten gemeint. Es geht sich nicht darum, dass der Zuschauer sich etwas merken muss, sondern im Generellen Einflüsse sowohl Sinnzusammenhänge als auch Emotionen, Dialog, Farbe, Schauspiel, Musik, Komposition, Kontrast und weitere Formen der filmischen Erzählweise.