EPIK

Die Fiktion ist im Grunde eine durchaus seltsame menschliche Eigenschaft. Warum sich etwas ausdenken? Wenn das Ziel nicht darin liegt, es zu verkaufen, also bloß eine Nachfrage zu bedienen, ergibt sich doch die Frage, welches Bedürfnis dadurch befriedigt wird. Seit jeher suchen Menschen die Unterhaltung oder Ablenkung, die Nachfrage. Aber was liegt in ihm oder ihr, etwas aufzuschreiben, was nur in seinem oder ihrem Kopf existiert, und wovon er oder sie logisch ausschließen kann, dass es einen Bedarf gäbe? Als extremes Beispiel nehmen wir Kafkas "Die Verwandlung", in der sich ein Mensch in eine Kakerlake (oder ähnlichen Käfer) verwandelt. Man kann sich kaum vorstellen, dass er davon ausging, dass es einen Bedarf für diese Geschichte gab. Warum sich als Autor in eine Person begeben, die nie existierte?

 

Es begann recht früh, dass ich mir Dinge & Dialoge ausmalte, die zum einen nie stattgefunden hatten, und zum anderen sehr wahrscheinlich nie stattfinden würden. Doch ist dies auch ein sehr schwaches Argument, denn Kindern tun dies ständig. Im Spiel. Aber irgendwann ist die Zeit zum Spielen vorbei, auch wenn der Wohlstand sie immer weiter nach hinten rücken lässt. Und im Gegensatz zu der weit verbreiteten Anschauung, haben auch Erwachsene unheimlich viel Fantasie. Wenn man sich beispielsweise einmal anhört, welche Geschichten sie sich einfallen lassen, um Geld für eine zu voreilig gebuchte Reise zurückzuerlangen. Doch darin liegt einer der Unterschiede. Sie nutzen ihre Fantasie zweckdienlich. Welchen Zweck erfüllt das Spiel eines Kindes? Schließlich ist es noch viel zu jung, um sich bloß von der Realität ablenken zu wollen. Im Gegenteil, das Spiel ist die Realität.

 

Aus einer pädagogischen Sicht könnte man argumentieren, dass das Kind im Spiel die Welt verstehen lernt. Manchmal wählt es dabei sogar den Charakter, der eigentlich »böse« ist, lernt Regeln, spielerische Regeln, auf die es andere Kinder hinweisen:

»Nein, das kannst du nicht!«

»Kann ich wohl!«

Und lernt diesen Konflikt zu lösen, auch wenn er so manches Mal erst einmal zum Abbruch des Spieles durch die Erwachsenen führt. Wenn keiner anwesend ist, lernt es zu streiten, zu schmollen, wenn es sich nicht durchsetzen kann, und zu akzeptieren. In letztem Fall wird es wahrscheinlich im Spiel alleine (mit Kuscheltieren oder dergleichen) erneut auf diesen Konflikt zurückkommen und ihn im Spiel auf die eine oder andere Art & Weise verarbeiten.

 

Ich kann nur vermuten, dass wir aus ähnlichen Gründen schreiben. Anfänglich ist diese Parallele recht offensichtlich, da in den meisten Fällen Protagonist & Autor ein und dieselbe Person sind. Doch mit der Zeit begeben wir uns in Andere, eine Neugier, die wir mit dem Schauspieler teilen, den es zunehmend langweilt, sich selbst zu spielen. Und so lernen wir die Menschen kennen, über Umwege, denn im Alltag ist es schlichtweg nicht zweckdienlich, sich in jede andere Person hineinzudenken, auch wenn der Autor nicht anders kann. So schließt er selten mit einer Szene ab, wenn er die Bühne verlässt, denn er weiß, sie geht danach weiter. Man sagt der Dichter ist für Träume empfänglicher, weil er die Fantasie gewöhnt ist. Selbige bieten ihm wieder Anreiz, zu schreiben. Aber wo fängt es an?

 

So liegt im Spiel des Kindes doch noch etwas anderes, als bloß die Welt zu ordnen. Diese Erklärung findet nur der rationale, zweckdienliche, erwachsene Verstand. Und so liegt auch im Schreiben, etwas anderes, als das, was der Autor selbst in Worte fassen kann. Nichts Übermenschliches, aber etwas Unterbewusstes.

 


Romane & Kurzgeschichten

Vier Jahreszeiten - Roman (2020) | Länge: voraussichtlich 130 Seiten

Jede Beziehung durchläuft vier Phasen. Frühling. Das Verlieben. Sommer. Die Liebe. Herbst. Der Zweifel. Und wenn zwei Menschen den Winter gemeinsam überstehen, erblüht die Welt für sie erneut. Anhand von vier Kurzgeschichten beleuchtet die realistische Anthologie die Bedeutung von Liebe als stärkste Form der zwischenmenschlichen Beziehung in ihren diversen Facetten.

 

Im Herbst | Länge: 30 Seiten

Es war Herbst. Kalendarisch zumindest, doch der Wind müde und die Sonne strahlend. Die Blätter fielen bereits in einem trockenen Spätsommer, der keiner Erinnerung glich ...
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Im Winter | Länge: 33 Seiten

Der Kamin brannte, doch an den kleinen Fenstern hatten sich eisige Blumen abgesetzt, die von der Bitterkälte der Nacht zeugten, als es klopfte ...
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Der Bericht - Kurzgeschichte (2020) | Länge: 70 Seiten

Das Folgende ist so geschehen. Ich habe es erfahren am eigenen Leibe. Es würde doch jedwedem Sinn widersprechen und gar Närrigkeit gleichen, dies bloß zu vermuten ...

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Gott & die Welt - Kurzgeschichte (2020) | Länge: 9 Seiten

Der war vielleicht komisch geworden. Erst hatte er ihn versehentlich etwas zu sehr in die Länge gezogen, und als er diesen Fehler beheben wollte, war er plötzlich zu dick und krümmte sich nach vorne. Zumindest rückte er ihn etwas gerade. Es gab ja noch mehr ...

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Über den Jungen, der überall den Teufel sah - Kurzgeschichte (2020) | Länge: 19 Seiten

Es ist eine Geschichte oder zumindest kannte niemand, der sie mir erzählte, den Jungen tatsächlich selbst. Und doch erzählten sie sie, als hätte sie einst stattgefunden ...

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Warum Frau H zuschlug - Roman (2019) | Genre: Psychologisches Drama | Länge: 228 Seiten

Frau H schlug zu. Nun, es ist jedem logisch denkenden Verstand ersichtlich, dass Frau H einen Grund haben musste, an diesem frühen Vormittag ihre Wohnung zu verlassen. Ersichtlich nur insofern, dass es am besagten Vormittag in Strömen regnete ...

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Anderswo - Kinderbuch (2020) | Genre: Abenteuer | Länge: 543 Seiten (in 3 Bänden)

Es war Luisas erster Schultag auf der weiterführenden Schule. Sie hatte sich sehr auf den Tag gefreut,

natürlich auch, weil sie an diesem Geburtstag hatte ...

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Lucky Frankyboys Geschichte - Kurzgeschichte (2015) | Länge: 3 Seiten

Der rechte Vorderreifen des schwarzen Audi Q5 bremste auf dem Kiesbett und kam zum Stehen. Die Felgen glänzten ...
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Das falsche Haus - Kurzgeschichte (2015) | Länge: 7 Seiten

»Neeero!«

Dawid stand auf einem Waldweg. Es war Anfang Frühling.
Die ersten warmen Sonnenstrahlen schienen ...

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Unique - Kurzgeschichte (2014) | Länge: 4 Seiten

Piep Piep Piep Piep Piep.

»Einmal die Arme ausstrecken«, brummte der Justizbeamte ...
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Der Tag, an dem ich die Zeit totschlug - Kurzgeschichte (2014) | Länge: 3 Seiten

Etwas klingelte. Tickte. Formierte die blutroten Ziffern neu. Da lag sie ... 
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