Essay




 

FILM ALS KUNST

Carsten Göttel

 

 

In diesem Dokument widme ich mich dem Film als Kunst, der im Allgemeinen als Arthousefilm bezeichnet wird. Dabei ist es mir ein Anliegen, sowohl den Vergleich von diesem "Genre" des Films zur Kunst darzulegen, als auch der Frage auf den Grund zu gehen, warum sich beide Gattungen derzeit in einer Krise befinden.

 

Malerische Filme = Kunst

 

Es wird oft von malerischen Filmen gesprochen oder von Filmen, die wie Bilder sind.
Dies bezieht sich allerdings auf das Visuelle z.B. eine Landschaft, die von Farb- und Kompositionsaspekten der eines gemalten Bildes der Altmeister ähnelt. Dementsprechend spielen diese Filme viel in der Totalen. Selbstverständlich sind Porträt-Kompositionen als Nah- und Halbnah-Einstellungen nicht ausgeschlossen.
Dabei reichen die Beispiele von rein visuellen Werken, wie Baraka, Koyaanisqatsi oder Samsara zu "filmerischen" Werken, die eine Geschichte mit beeindruckender Cinematographie erzählen und auf welche ich in diesem Text eingehen möchte.

Diese Filme zeichnen sich durch eine auffällige Konzentration auf die bildliche Komposition und Farbgebung aus, das Spiel in der Tiefe, wenig Einstellungswechsel und dafür mehr Bewegung im Bild. Dementsprechend wird die Montage reduziert, Nah-Einstellungen werden durch die Bewegung auf die Kamera zu ermöglicht. Die Räumlichkeit wird durch motivierte Kameraschwenks und Dollyfahrten ausgenutzt, um ohne Schnitt die Szenerie zu erschließen.
Beispielhafte Produktion sind die Werke von Tarkovsky, Bergman, Tarr, Wong Kar Wei oder Haneke, um nur ein paar Vertreter zu nennen, und natürlich im Allgemeinen jedoch nicht zwingend das Arthousekino. Nicht zwingend, da nicht jeder Film, der dem Arthousekino zugezählt wird gleichzeitig eine malerische Komposition aufweist und die Werke der oben genannten Regisseure sich nicht ausschließlich auf eine malerische Komposition reduzieren lassen.

Ferner ist es daher schwierig den Arthousefilm zu definieren, da dieser Begriff quasi ein Sammelsurium darstellt, ähnlich wie der Begriff der Kunst. Beides verlor seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Bedeutung.

 

Kunsthaus?

 

Um kurz zumindest den Begriff zu klären: Arthousekinos waren Programmkinos, die etwas zeigten, dass laut Wikipedia-Definition "Heute wird die Bezeichnung Arthouse umgangssprachlich als Gegenbegriff zum Mainstream verwendet.", nicht dem Bedürfnis der allgemeinen Bevölkerung entsprach. Es entstand bereits 1920 und dennoch erst klar definiert in den 1950ern ein Bedarf für etwas anderes. Für Filmkunst.

 

Heutzutage weiß niemand mehr, was es ist oder sein soll und so wird alles, das sich nicht zuordnen lässt, in diese Kategorie gepackt.
So schrieb mir eine Lektorin einmal, dass ich mich bei der Arbeit an einem Drehbuch an die Want/Need-Theorie und die klassische 3. Akt-Struktur halte, oder eben einen Kunstfilm schreibe.

Das Arthousekino ist selbst unter Film-Enthusiasten verschrien als ein experimentelles Produkt, das nur experimentell ist, um experimentell zu sein und demnach ein Versuch.

Ein Versuch etwas anderes zu machen. Originalität um der Originalität Willen, um irgendwie aus der Masse hervor zu stechen. Ein Film, der vollständig auf dem Kopf spielt oder ganz ohne Schnitte auskommt, rückwärts abläuft, nur im Dunkel spielt oder ausschließlich unter Schwarzlicht gedreht wurde.

Oder eben ein Resultat davon, dass man es nicht besser weiß, als ob gleichermaßen jedes Werk eines Amateurs als Arthousefilm zu bezeichnen wäre.

 

Das Arthousekino ist demnach nicht das Equivalent zur hohen Kunst geworden, sondern eine Parodie seiner selbst. Die moderne Kunst zeigt ein ähnliches Verhaltensmuster.

Dabei geht es mir ausdrücklich nicht darum herausragende Werke zu kritisieren, nur weil sie unter die Kategorie "Arthouse" fallen, doch ergibt sich auf diesen Terminus häufig dieselbe Reaktion. Als handelt es sich bei einem Arthousefilm um 3 Punkte auf einer weißen Leinwand die über 2 1/2 Stunden die Plätze tauschen oder eben als wäre Kunst ein Kartoffelschäler, ein paar Skier und ein blauer Luftballon auf einer neongelben Leinwand.

 

Filme wie Bilder: Ein Ansatz

 

An dieser Stelle möchte ich jedoch eine andere Herangehensweise an den Kunstfilm wagen, die sich nicht auf die visuelle Komposition bezieht. Nicht auf den Kunstfilm, dessen Standbild man sich gerne an die Wand hängen würde und auch nicht exzellente Fotografie in Bewegung.
Doch auf einen weiteren Vergleich zur Malerei.


Denn der "Nachteil" dieser Art des Kunstfilmes, der sich ausschließlich auf eine hervorragende visuelle Komposition bezieht, ist doch der zwangsläufige Schnitt & Szenenwechsel und damit der temporäre Aspekt.
Im Vergleich zu einem Fotografen wie Gregory Crewdson, der großen Aufwand unternimmt, um dieses eine Bild festzuhalten, wäre es doch kompletter Wahnsinn das Gleiche im Film zu versuchen. Mal abgesehen von den Produktionskosten, alleine dadurch, dass das Bild nur für kurze Zeit bestehen bleibt. Hier möchte ich mich jedoch nicht auf die Darstellung, sondern den Inhalt beziehen, der viel zu oft vernachlässigt wird.

 

Was ein Bild interessant macht, ist neben der Komposition, der Detailreichtum. Damit ist gemeint, es gibt viel zu entdecken, sowohl visuell als auch aus einem psychologischen Aspekt. Beispielsweise Sinnzusammenhänge zwischen Bildelementen und daher ein Detailreichtum für den Geist.

Dafür finden sich Beispiele in jeder Kunstepoche jedoch mit einer Tendenz vom rein visuellen Entdecken erweitert zum visuellen und geistigen Entdecken im Kubismus, Expressionismus und nicht zuletzt im Surrealismus.

 

Ausgehend von dieser These ergibt sich ein Kunstfilm, der nicht nur visuelle Qualitäten der Kunst aufweist. Ein Film weg von der Kausalität A führt zu B führt zu C hin zu einer multiplen inhaltlichen Reflexion, wo B sich erst im 3. Akt befinden kann, wobei gleichermaßen von der fest definierten 3-Akt-Struktur losgelassen werden soll, ohne den Sinn und Zweck dieses Aufbaus infrage zu stellen.
Damit ist nicht gemeint ein non-linearer Film, in dem die Kausalität schlichtweg durcheinander gewürfelt wird. Ferner bezieht sich die Kausalität nicht auf zeitliche Events, wie die Planting & Payoff-Technik, sondern als widerhallendes Echo, wobei sich nicht definieren lässt, ob das Echo nicht vor der Quelle existiert hat. Dieser Zusammenhang lässt sich vereinfacht mit dem Begriff der Retrokausalität beschreiben und daher dem Phänomen, dass die Wirkung vor der Ursache eintritt.

 

Dennoch möchte ich auch hier von der klaren Definition zweier Einheiten Abstand nehmen und komme zurück auf die Begriffe Reflexion und Echo. Um den Gedankengang zu vereinfachen, führe ich ein visuelles Beispiel auf, das etwas Klarheit verschaffen sollte. 

Marc Chagall "Der große Zirkus" (1956) Privatbesitz, New York
Marc Chagall "Der große Zirkus" (1956) Privatbesitz, New York

Man nehme ein Bild aus der Malerei z.B. Marc Chagalls "Der große Zirkus", und teilt es über die verschiedenen Bildelemente, Vorder- und Hintergrund, Farbe, Sinnzusammenhänge und dergleichen in einzelne Facetten auf und stellt diese hintereinander ähnlich dem Guckkastentheater von Martin Engelbrecht oder auch modernen Pop-up Büchern.

 

Das heißt, aus einem Bild werden zahlreiche, die das Gesamtbild ergeben. Wie viele, ist vom Inhalt des Bildes abhängig. Beispielsweise anhand von "Der große Zirkus" lässt sich die Szenerie und Teile des Publikums als hinterste Fläche darstellen. Danach die Pianistin. Der blaue Kopf, die roten Hände usw., bis sich das Bild nach und nach vervollständigt.

 

Dadurch lässt es sich in einem zeitlichen Ablauf darstellen, auf den der Film angewiesen ist. Demnach dienen diese Bildelemente als Szenen und Szenenelemente wie Dialog oder Handlung. Somit steht jedes Element im Sinnzusammenhang mit einem oder mehreren anderen Elementen und ergibt schlussendlich eine Balance. Dadurch führt nicht strikt A zu B zu C, sondern am Ende hat alles mit allem zu tun und es entsteht ein Detailreichtum, eine Entdeckungsreise für den Geist ähnlich der bei dem Betrachten eines Meisterwerkes der Malerei.

 

Selbstverständlich ist es dem Betrachter nicht offensichtlich. So wie er den Weg des Auges bei der Betrachtung eines Gemäldes nicht rational nachvollzieht und erst im Nachhinein anhand des Bildes analysieren kann, so zieht der Geist seine Bahnen unbewusst. Doch sehe ich in dieser Herangehensweise ein filmisches Pendant zu dem Erfahren von Kunst. Im Gegensatz zu dem allgemein verbreiteten Ansatz des Filmes als Pendant zur Literatur, woher die meisten der Regeln zum Schreiben eines Filmes stammen, wie etwa "The Writer's Journey" von Vogler basierend auf den Nachforschungen Campbells zur Heldenreise, die sich auf Sagen und Märchen aus jeglichen Kulturkreisen beziehen.

 

Nun ist Marc Chagalls "Der große Zirkus" ein abstraktes Bild und wie vorangefügt nur ein Beispiel. Es geht ausdrücklich nicht darum, Bilder in Szenen zu kopieren, auch wenn dies ein unheimlich interessanter Ansatz ist, sondern um eine inhaltliche Herangehensweise, um dem Kunstfilm ähnliche theoretische Ansätze zu geben, um eben nicht alles, was nicht den geläufigen Theorien entspricht, in diese Kategorie zu fassen. Dementsprechend der Antwort auf die Frage näher zu kommen "Wie schreibt man einen Kunstfilm?".

Und daher eine Theorie, die zum einen einen künstlerisch höheren Anspruch verfolgt und zum anderen gleichermaßen der Realität des menschlichen Daseins näher kommt.

 

 Film als Unterhaltungsformat

 

An dieser Stelle möchte ich auf den Film als Unterhaltungsformat eingehen und daher der Definition des Arthousefilmes näher kommen, indem das Gegenteil definiert wird.

 

Denn auch der Film als Unterhaltungsformat kopiert sich inzwischen selbst. Wir sehen nicht mehr einen Protagonisten, der sich verliebt, sondern einen Protagonisten, der sich verliebt, wie sich jemand in einem Film verliebt. Wir sehen nicht mehr eine Emotion, sondern die uns bekannte Darstellung dieser und, da uns bekannt, akzeptieren wir diese als real und authentisch, wenn eben auch nur authentisch innerhalb des Mediums Film.
Diese Dynamik existierte bereits zu Stummfilmzeiten und dort im Bereich der Schauspielkunst. So war es Stanislawski und im nachfolgenden Strasberg, der über das Method Acting eine Alternative hervorbrachte. Damals verfügten Schauspieler über ihre "Bags of Tricks", dies bedeutete ein wütender Charakter wurde wild gestikulierend und mit runzelnder Stirn gespielt, ein fröhlicher tänzelnd, ein trauriger mit hängenden Schultern etc. Dadurch sah man andere Schauspieler, aber gleiche Charaktere und der Zuschauer akzeptierte es. Es wurde nicht eine Emotion individuell gespielt, sondern die Symptome dieser Emotion, die jedem Zuschauer erkenntlich waren.
Nun hat sich dies im Bereich der Schauspielkunst geändert, die filmische Darstellung verfolgt aber nach wie vor eine ähnliche Herangehensweise.
Eine Verfolgungsjagd wird durch schnelle Schnitte betont, Emotionen über musikalischen Einsatz hervorgerufen, der "Böse" in Untersicht gezeigt, Einsamkeit durch den Einsatz von Totalen geschaffen und Details, die der Zuschauer im weiteren Verlauf benötigt, im Close-up gezeigt: die "Bag of Tricks" des Regisseurs.
Dem Zuschauer fällt der Einstieg einfach, da er es quasi alles schon einmal gesehen hat. Er versteht, dass, wenn er jetzt ein Telefon gezeigt bekommt, dies später wichtig ist.

Doch wird er gleichermaßen nicht überrascht, sondern in seinen Erwartungen bedient. Eine Komödie bringt ihn zum Lachen, ein Thriller versetzt ihn in Spannung, ein Horror-Film lässt ihn sich erschrecken, ein Liebesfilm lässt ihn sich nicht daran erinnern, als er mal Liebeskummer hatte, sondern an den ersten Liebesfilm, den er gesehen hat.

 

Selbstverständlich ist es ebenso ein Anliegen eine gute Geschichte zu erzählen und, um auf den vorangegangenen Ansatz zurückzukommen, die Motivation eines Protagonisten lässt sich am einfachsten durch eine logische Kausalität glaubhaft machen.

Doch in der Praxis führt diese Herangehensweise leider viel zu oft zu einem krampfhaften Versuch eine Kausalität zu erzwingen und der kleinste Hinweis reicht aus, um das "Verlangen der Identifikation" mit dem Protagonisten durch den Zuschauer zu befriedigen. Jedoch empfindet der Zuschauer häufig nicht mehr mit dem Protagonisten, sondern dessen Verhalten wird dem Zuschauer erklärt "Ach deswegen, hat er das gemacht."
Nun kann man das Argument gelten lassen, dass dies sich auf Filme minderer Qualität bezieht. Wenn jedoch ein Großteil der aktuellen Produktionen oder auch Oskarnominierungen dieses Muster aufweist, lässt sich dies nicht mehr als "schlecht geschrieben" bezeichnen, sondern als gewollte Simplifizierung. Von wem?
Das Gesetz von Angebot und Nachfrage mag auf den Zuschauer deuten, doch hier tritt das DJ-Paradox zutage. Der DJ spielt die Musik, weil die Leute darauf tanzen und die Leute tanzen darauf, weil der DJ eben diese Musik spielt. Dies bedeutet es findet eine Wechselwirkung statt.

 

Doch wenn selbst Film-Laien nach der Betrachtung eines Filmes mit Oskarnominierung zu dem Schluss kommen "War ganz gut, aber irgendwie nichts Neues ..." mag es doch an der Zeit sein auch im Bereich des Unterhaltungs-Kinos, einen anderen Ansatz als die Verwendung der "Bag of Tricks" zu verfolgen. Nun möchte ich nicht alles schwarz malen, denn hier und da findet sich auch im Kino als Unterhaltungs-Format Qualität.
Zum größten Teil scheint dies jedoch nicht das Ziel des Unterhaltungs-Kinos, da die Filme ja Gewinn einspielen und "die Leute tanzen". Warum eine neue Achterbahn bauen, wenn der Fahrgast auch für die alte Eintritt zahlt? Warum das Rad neu erfinden?
Dementsprechend ist diese Vorgehensweise für das Unterhaltungsformat Kino auch keineswegs kritikwürdig, denn die Glaubhaftigkeit ist in diesem Format tatsächlich Nebensache geworden, auch wenn die gelobten Bücher der Industrie das Gegenteil behaupten.

 

Doch handelt es sich dabei um ein Kuriosum. Denn dem Inhalt dieser Bücher nach sollten auch im Kino als Unterhaltungsformat beeindruckende Geschichten entstehen. Dennoch weist die Liste aktueller Produktionen selten die gute Geschichte auf herausragende Art & Weise erzählt auf. Vielmehr geht es um Ablenkung/Unterhaltung, egal in welcher Form, und am besten so günstig wie möglich produziert. Im Fach-Jargon der Bücher wird dies als "High-Concept" tituliert.
Die Glaubhaftigkeit bleibt dabei all zu häufig, wie auch die längerfristige Wirkung auf den Zuschauer, auf der Strecke und wird gleichermaßen von diesem inzwischen gar nicht mehr verlangt.
So ist es dann auch möglich 7 Sequels aus ein und dem gleichen Stoff zu schmieden, als ob der Zuschauer nichts Neues, sondern ein und dasselbe wünscht, nur ein bisschen verändert. Dies erinnert an Produkt-Marketing: "Jetzt noch frischer!" oder "Jetzt in neuer Verpackung!" oder eben "Jetzt in 3D".

 

Nun geschah Folgendes, um dem erwähnten Kuriosum etwas auf den Grund zu gehen.
In der filmischen Entwicklung, beziehungsweise, sobald erkenntlich wurde, dass sich mit dem Medium Film Geld verdienen ließ, stellte sich, wie es für den Erfolg eines Geschäftes üblich ist, die Frage der Gewinnmaximierung.
So wurde geforscht, warum ein Film mehr einspielt als ein anderer. Gerade die Besetzung spielte in diesem Zusammenhang in den glorreichen Zeiten von Hollywood und auch heute noch eine große Rolle. Doch war selbstverständlich auch die Geschichte ausschlaggebend, d.h. welche Geschichte und wie sie erzählt wurde. Filme, die erfolgreich waren, wurden analysiert, wie Produkte.

Nicht zuletzt wurde dies geformt durch die Arbeiten des Neffen von Sigmund Freud, Edward Bernays, der freudsche Theorien zur Meinungsbeeinflussung der Massen verwendete und als Erfinder des Bereiches "Public Relations" gilt.
Dabei wurden, wie für das Marketing von Produkten, sogenannte Focus Groups eingesetzt, die im Film zu dem Einsatz von Test-Screenings führten. Es ist erstaunlich, wie viele Filme nach Test-Screenings geändert wurden, zum Teil maßgeblich durch Vorschläge von Zuschauern.

Natürlich muss man dazu fügen, dass ein Großteil dieser Filme auch im Nachhinein an den Kinokassen erfolgreich war, jedoch wurden bei eben so vielen Filmen Testscreenings durchgeführt, die im Nachhinein nicht erfolgreich waren.

Gleichzeitig waren die Drehbuchautoren daran interessiert, ihren Stoff zu verkaufen und es ergab sich ein Markt für eben dieses Bedürfnis. So wurde ein Geschäft daraus, erfolgreiche Filme zu analysieren und Parallelen zu finden, um universelle Regeln aufzustellen, welches Drehbuch beim Publikum ankommt. Der klassische Pitch "Successfull Film A meets successfull Film B" ist dabei noch die einfache Variante.
Wohlgemerkt ging es dabei um Massentauglichkeit, nicht um Qualität, es sei denn man möchte Massentauglichkeit und damit Profit als Qualitätsmerkmal anfügen. Dies ist insofern nicht verkehrt, da auch ein Filmemacher von seiner Profession leben muss, das heißt, ein Film sollte einen Gewinn erbringen. Wenn sich ein Film jedoch ausschließlich darauf konzentriert Profit zu erzeugen, entstehen keine Filme die eine gute Geschichte auf eine herausragende Art und Weise erzählen, sondern viel mehr so viele Leute wie möglich ansprechen und daher Massenware. Jedoch ist es bezeichnend, dass der "erfolgreichste" Film "Avatar" neben Produktionskosten von 237 Millionen Dollar ebenfalls 150 Millionen Dollar Marketingkosten auf die Waage bringt. Werbung. Dies lässt erneut Bernays Meinungsbeeinflussung der Massen in Erinnerung treten.

Das Kuriose daran ist, dass die Bücher, deren Ziel es war, Blaupausen für gute Drehbücher, anhand von Analysen erfolgreicher Filme, aufzuzeigen, eben die Bücher sind, nach denen in der Industrie geschrieben wird. Bücher die dem Drehbuchautoren seine "Bag of Tricks" liefern, um Protagonisten sympathisch zu machen, Genres zu kombinieren, Charaktere zu finden, Dialoge zu schreiben und die Geschichte glaubhaft zu machen. Wie ist es dann möglich, dass nur ein Bruchteil des hollywoodschen Kinos diese Qualitätsmerkmale erfüllt?

Nun diesen Markt für Drehbuchautoren machten sich natürlich auch Produzenten zu nutzen, notierten sich quasi die Überschriften der Kapitel heraus und legten diese als Maßstab für Produktionen. Somit hatte zum einen Originalität bzw. Material, das etwas Neues versuchte, keine Chance mehr, da es die Checklist nicht erfüllte. Gleichzeitig wurde/wird alles produziert, das gerade einmal die Überschriften erfüllt, schließlich ist dies ein Garant dafür, dass die Filme erfolgreich werden, denn dafür wurden diese Bücher doch, basierend auf den Analysen erfolgreicher Filme, geschrieben. Das Resultat lässt sich anhand der Liste erfolgreichster Filme zum Beispiel über die Seite Box Office Mojo begutachten. Und wenn dann doch einmal Innovation entsteht, gibt es ja noch die Testscreenings.

Wie gesagt, ist das Ganze nicht kritikwürdig in Anbetracht dessen, dass es sich um Profit geht. Mit der Kunst des Filmemachens oder der Entwicklung des Mediums Film hat dies jedoch wenig zu tun, sondern mit exzellentem Marketing.

 

Der Film als Unterhaltungsformat vs. der Film als Kunst vs. die Kunst

 

Und eben darum geht es im Arthousefilm nicht! Es geht nicht um die Verpackung, sondern den Inhalt. Man möge sich einmal vorstellen, die Entwicklung der Kunst wäre ähnlich verlaufen und bevor Michelangelos Sixtinische Kapelle fertiggestellt wurde, hätten "Testscreenings" stattgefunden, in denen Bauern (Laien) Tipps gegeben hätten, um dieses Werk massentauglicher zu gestalten. Man stelle sich vor, es wären Bücher geschrieben worden, die nach Analysen der erfolgreichsten Bilder, Regeln festgesetzt hätten, wie ein Kunstwerk gestaltet sein muss, welche Farben zu Einsatz kommen, welche Bildinhalte dargestellt werden, damit das Publikum einen leichten Zugang zu diesen hat und bezahlt um diese zu sehen.
So weit entfernt war die Realität tatsächlich nicht. War es doch die Kirche und Königshäuser, die anfänglich vorschrieben, wie die Bilder gestaltet sein müssen. Dementsprechend hat sich die Kunst quasi umgekehrt zum Film entwickelt. In der Form, dass es erst einen Regelsatz gab und die Kunst erst frei geworden ist. Während der Film frei begann und immer weiter gezähmt wurde. Jedoch gibt es es zwei wesentliche Unterschiede zu beachten. Die Kunst ließ sich durch das Medium an sich in der Form nie massentauglich machen. Zunächst konnten Bilder nicht mehrfach ausgestellt werden. Vor dem Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit war dies schlichtweg nicht möglich und danach zählte das Original. Ein weiterer Aspekt, der die Kunst vom Film maßgeblich unterscheidet, auf den jedoch an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden soll.

Dazu kommt, dass Kunst in den Anfängen den höheren Klassen vorbehalten war, die über einen gewissen Bildungsstand verfügten. Diese hatten kein Anliegen die Kunst an den 3. Stand zu "vermarkten", da diese wiederum kein Geld hatten, um für Kunst zu zahlen. Zudem hat Kunst nie den Zweck der Ablenkung/Unterhaltung erfüllt, da sie sich eben nur begrenzt von einem gemütlichen Sofa betrachten ließ und selbst dann immer die Auseinandersetzung forderte.

Der zweite Punkt ist, dass es in der Kunst immer unterschiedliche Schulen gab, die jeweils der Meinung waren, sie würden die Kunst auf die richtige Art und Weise weiterentwickeln. Dies schaffte Wettbewerb und Innovation.

Unterschiedliche Schulen, die sich im Bereich des Arthousefilms zumindest noch nicht herausgebildet haben.

Und auch hier sehen wir das Resultat. Die Kunst ist so frei geworden, dass sie sich nicht mehr definieren lässt und der Arthousefilm als Kunst im Medium Film ebenso.

 

Film & Kunst: Das Dilemma

 

Natürlich zählt in diesem Zusammenhang das Argument, dass das Medium Film sich selbst entwickeln muss und man von dem Versuch Abstand nehmen sollte andere Künste zu kopieren. Doch hundert Jahre später sehen wir, wohin dieser Ansatz geführt hat. Der Film hat eine Stagnation erlitten, für die die Kunst nahezu ein halbes Millennium gebraucht hat. So schreibt der Pessimist. Der Optimist würde natürlich den Weg wählen, dass Film als Kunst noch 400 Jahre Zeit bleiben, um sich zu finden.
Fest steht jedoch das Medium Film wird sich nicht selbst neu erfinden, ebenso wenig wie es die Kunst tut. Dafür sind Künstler und Filmemacher verantwortlich.

 

Dazu hat Kunst seit jeher die Gesellschaft reflektiert und vielleicht liegt auch da der Kern, der ziellosen und chaotischen Verfassung, in der sie sich derzeit befindet. Überflutet von unzähligen technischen Errungenschaften, mit deren Hilfe man sie umsetzten könnte. So viel Informationen und Möglichkeiten, wie nie zuvor.

Photoshop-Gemälde, die durch den gleichzeitigen Zugriff auf jegliche "Tools" jeglicher Epoche Bilder hervorbringen, als kreuze man Rembrandt mit Picasso, Vermeer, Bosch, Magritte und Munch. Welches Ungetüm den Künstler anstarrt, dessen Sisyphos Arbeit es wird, mit Hilfe von Tonwertkorrektur und STRG + Alt + Z die Einsen und Nullen hin und her zu schieben, bis er nicht mehr weiß, warum er dies überhaupt tut. Er muss ein Künstler sein.

 

Und den Filmemachern geht es doch nicht anders bei ihrem verzweifelten Versuch, den Film-Look zu kreieren. Mit 24p, digitalem Grain und Cinemascope Letterbox füllen sie die Videoportale nicht mit Filmen, sondern mit Test-Footage der neusten bezahlbaren Gadgets, Kamera-Vergleichen, Color Correction Tutorials und vergaßen irgendwann ganz, dass sich auch mit DaVinci Power Window die Idee nicht in der Post fixen lässt.

 

Und wir genießen es doch! Sich Filmemacher zu taufen, ohne jemals auf 16mm angewiesen gewesen zu sein. Sich Künstler zu nennen, ohne je auch nur eine Farbe aus Pigmenten mit ominösen Namen gemischt zu haben. Es war doch nie einfacher, Künstler zu sein und nie schwerer, Kunst zu machen, ohne zu wissen wie, oder was, oder warum.

Nicht nur mangelt es an der Definition von Kunst, sondern auch an der Definition von Künstler. Dem Arthousebegriff selbig ist der Begriff "Künstler" verschrien als jemand, der nicht weiß, was er sonst mit seinem Leben anfangen soll. Der in keine Kategorie passt. Wir entscheiden uns Künstler zu sein, aber aus welchem Grund wir uns dazu entscheiden, ist die Essenz der Problematik.

Wir leben im Zeitalter der "freien Wahl", wie schwierig sich ihre Umsetzung auch manches Mal gestaltet, so haben wir sie doch. Zumindest die von uns, die sich so glücklich schätzen können, an einem Fleck der Erde geboren worden zu sein, an dem die Freiheit fest im Grundgesetz verankert ist.

 

Doch durch die freie Wahl wird es nicht unbedingt leichter, zum einen eröffnen sich ständig neue Formen der gestalterischen Ausdrucksweise in technischer Hinsicht. Ein unaufhaltbarer Prozess und letztendlich liegt es am Künstler, welcher Mittel er sich bedient. Doch darüber hinaus geht es so weit, dass Kunst nicht mehr nur ein Produkt darstellt, sondern einen Verlauf. Man könnte selbstverständlich argumentieren, dass auch ein Gemälde einen Verlauf darstellt, obwohl dieser sich besser als Arbeitsprozess bezeichnen lässt. Dies sei an dieser Stelle nicht gemeint, sondern eine Handlung, die weitestgehend kunstfrei ist und damit ist gemeint keiner oder nur geringfügiger kreativer Tätigkeit bedarf, vollzogen wird, um erst die Wirkung als das eigentliche Kunstwerk zu deklarieren. Frei nach dem Sprichwort "Die Kunst liegt im Auge des Betrachters".

Dazu finden sich viele Beispiele, eine Künstlerin, die Werke in einer Ausstellung fotografiert, um diese Fotos dann erneut auszustellen, wodurch der Betrachter vor eine Art Paradox gestellt wird, ist nur eins davon. In diesem Sinn wird die Reaktion des Betrachters als das eigentliche Kunstwerk bezeichnet. Jedoch wie weit möchte man dieses Spiel treiben, den dies geht praktisch ins Unendliche. Eine Reflexion von einer Reflexion von einer Reflexion ist immer nur eine Reflexion und eigentlich sollte es doch um das gehen, was reflektiert wird.

 

Auf den Film übertragen, ließe man sich Zuschauer einen Film anschauen, in dem Zuschauer bei der Betrachtung eines Horror-Filmes gezeigt werden. Der Betrachter betrachtet nicht mehr das Kunstwerk, sondern den Betrachter. Eine Ausstellung aus Spiegeln. Eindrucksvoll. Vielleicht. Es regt zum Nachdenken an. Eventuell. Doch kreativ wertvoll?

 

Ist Kunst frei?

 

Nun stößt man gerade im Bereich der Kunst mit Kritik häufig auf starken Gegenwind. Denn es herrscht im Allgemeinen die Ansicht, dass Kunst frei ist, keine Grenzen haben darf und dass alles Kunst ist, was als Kunst empfunden wird.
Nun ergibt sich jedoch genau durch diese Ansicht die anfänglich geschilderte Thematik, dass der Begriff Kunst dadurch an jeglichem Wert verliert. Und damit befinden wir uns auch wieder beim Kunstfilm, Kunst im Film, Filmkunst oder dem Film als Kunst.

 

Warum dieser Widerstand entsteht, Regeln für die Kunst aufzustellen, ist natürlich verständlich, da dies in der Geschichte häufig in Form von Propaganda stattfand. Es wird befürchtet, dass Kunst zensiert wird und die Ansicht, dass Kunst frei ist, scheint gerade für intellektuell-interessierte Menschen ein hohes Gut. Dennoch ist es auffällig, obwohl ich mich in diesem Punkt irren mag, dass diese Menschen auch selten über ein weitergehendes Wissen oder vor allem Interesse an der Kunstgeschichte und/oder ihrer Entwicklung verfügen.
Auch wenn sie die Ansicht, dass Kunst frei ist, als hohes Gut betrachten, scheint ihnen der Wert der Kunst doch scheinbar eine Nebensache. Für sie zählt das Ideal der Kunst, der Begriff als Ausdruck von Freiheit. Eben, dass da etwas existiert, das vollkommen frei ist.
Die Qualität der Kunst scheint dabei eine untergeordnete Priorität zu erlangen, ganz im Sinne von "Kunst ist alles". Wenn dies jedoch der Fall ist, warum sollte sich dann der Künstler den Anspruch auferlegen, überhaupt Kunst zu machen. Selbstverständlich tut er dies ausdrücklich nicht ausschließlich für die Außenwelt, sondern aus einem Drang heraus. Und in diesem Zusammenhang tut man dem Künstler Unrecht ihm ein "Ach Kunst ist alles" dahinzuwerfen.

Darüber hinaus ist die Kunst als Reflexion der Gesellschaft, als Kulturgut, als Evidenz der Entwicklung der Zivilisation, zu wichtig, als dass es keinerlei Anspruch bedarf, diese zu vollführen oder zu konsumieren.

In diesem Zusammenhang existiert das interessante Argument, dass eine Gesellschaft ohne Kunst funktionieren, jedoch eine Gesellschaft nur aus Künstlern zusammenbrechen würde. Abgesehen davon, dass dieser Vergleich nur anhand von Extremen geführt wird und obendrein durchaus utopisch ist, da der Aspekt der Entwicklung vollends außer Acht gelassen wird, würde meiner Ansicht nach eine Gesellschaft ohne Kunst nicht funktionieren und es gibt kein Beispiel auf der Welt, dass dies widerlegen würde, denn auch in den ärmsten und durch korrupte Regime unterjochten Ländern und Zivilisationen, seit es den Menschen gibt, existiert(e) Kunst.

 

Nun möchte ich zumindest ein Kriterium anfügen, das doch entscheidend für die Evolution der Kunst ist und wonach sich zumindest ein Rahmen ergibt, was Kunst ist und was nicht. Und dieses Kriterium ist Fertigkeit und gleichermaßen zeitliche Investition in die Umsetzung. Selbstverständlich kann alleine eine Idee ein hohes Maß an zeitlicher Investition einnehmen, dennoch liegt die Fertigkeit doch in der Umsetzung dieser. Die Suche nach dem perfekten Blauton ist Nebensache, wenn dieser nicht verwendet wird, um sich visuell auszudrücken. Das heißt, man kann lange an einer Idee überlegen, dieser Prozess an sich ist jedoch nicht automatisch gleich Kunst, wenn die Idee nicht mit der Fertigkeit auf eine einzigartige Weise umgesetzt wurde.

 

Nun führt dies jedoch zu einem Problem, in dem ich die Kritik an der Kritik von Kunst durchaus nachvollziehen kann. Sobald Regeln festgelegt werden würden, würde ebenfalls eine Verhinderung der Weiterentwicklung entstehen. Da zum einen damit automatisch ein Kriterium entstehen würde, das besagt, dass nur wenn die Regeln eingehalten werden, es sich dadurch schon automatisch um Kunst handeln würde, ähnlich wie die Regelsetzung im Unterhaltungsformat Kino, und gleichermaßen es zum Ziel werden würde, diese Regeln so gut wie möglich zu befolgen. Durch einen Leitfaden entstehen jedoch zwangsläufig gleiche Produkte. Eine Stagnation. Ein Ziel wurde erreicht und die Frage ist nur noch, ob sich innerhalb dieser Regeln die Qualität noch steigern lässt. Eine Innovation würde dadurch jedoch nicht stattfinden, ebenso wie sie beim Unterhaltungsformat Kino nicht stattfindet. Eine Neuerfindung wäre ausgeschlossen. Eine Überraschung ebenfalls, denn man wüsste schon, womit man zu rechnen hätte. Doch kann es ebenfalls nicht ausschließlich der Anspruch sein zu überraschen. Das wäre Originalität um der Originalität Willen.

 

Dadurch ist es aber tatsächlich falsch, Regeln und Kriterien für Kunst aufzustellen. Das heißt jedoch gleichermaßen nicht, dass alles als Kunst akzeptiert werden muss, da man zumindest nach zeitlicher Investition (Gut Ding, muss Weile haben), der Idee und der Fertigkeit in der Umsetzung bewerten kann.

 

Dies lässt eine Schlussfolgerung zu. Die Kunst liegt nicht im Auge des Betrachters, sondern im Anspruch des Künstlers.

 

Der Hochfilm

 

Gleiches gilt für den Arthousefilm, für den ich an dieser Stelle parallel zur hohen Kunst den Terminus Hochfilm anführen möchte, um den Anspruch bereits in der Bezeichnung zu definieren.

 

Es muss dem Filmemacher, dessen Anspruch der Hochfilm ist, ein Anliegen sein, Konventionen zu brechen, doch wir sehen im Verlauf der Kunstgeschichte, dass viele Konventionen gebrochen wurden, doch das Resultat nicht gleichbedeutend mit einer höheren Qualität der Kunst war. Herauszufinden, mit welchen Konventionen sich ein Bruch lohnt, stellt die Schwierigkeit dar. Doch jeder Schaffende, Schauspieler, DOP, Autor, Regisseur, Ton-Arrangeur, sollte sich diesem Streben bewusst sein. Das Gelernte zu erweitern, zu hinterfragen, Regeln zu brechen, bewusst, nicht, weil man es nicht besser weiß, sondern mit dem vollen Bewusstsein, die Regel mit einem Ziel zu brechen, dass sich in seiner simpelsten Form, als eine Steigerung des visuellen Geschichtenerzählens beschreiben lässt.
Eine Einzigartigkeit jedes Produktes. Die individuelle Emotion. Weg von Filmen, die sich gleichen, wo sich, mal die Geschichte unterscheidet, mal das Produktionskonzept, mal die Kameraführung, wenn überhaupt, hin zu Unikaten. Filmen, die in ihrer Gesamtheit einzigartig sind und doch jederzeit problemlos mit dem klassischen Film konkurrieren können, d.h. eben nicht der Experimental-Film, nicht das sich wiederholende Brechen gleicher Regeln, was dadurch zum bloßen Stil wird. Es darf nicht aufgehört werden zu hinterfragen. Dadurch entsteht die Originalität von alleine und dann geht es "nur noch" um die Fertigkeit in der Umsetzung, für die selbstverständlich selbiges Kriterium gelten sollte. Dies mag utopisch klingen, stellt jedoch bloß ein Ziel da. Und man muss hohe Ziele haben, um etwas Außergewöhnliches zu erreichen.

 

Fazit

 

An dieser Stelle wird im Normalfall ein Fazit gezogen, darüber, wie sich der Film als Kunst weiter entwickeln wird. Dies werde ich nicht machen, da ich es schlichtweg nicht weiß, zu definitionslos stellt sich mir die derzeitige Situation dar. Doch bilden sich der Möglichkeiten zweierlei.

Entweder Filmemacher erschaffen sich auf einer individuellen Ebene ihr eigenes Regelwerk, so wie es Bresson mit seinen Notizen zum Kinematographen tat, ein Regelwerk, dass sich in ihrer Tätigkeit konstant erweitert und organisch entwickelt mit dem stetigen Anspruch den Film als Kunstform zu wahren.

Oder von dem Format bleibt nur eine Fußnote in der Kunstgeschichte übrig, einer von vielen Trends, der sich nicht durchsetzen konnte und nur noch in der Unterhaltungsindustrie dem Publikum Emotionen verschreibt, das längst aufgehört hat den Geist auf Entdeckungsreise zu führen.