NON FIKTION

Alleine der Prozess des Schreibens ist eine Reflexion. Jegliche Idee lässt sich in Schrift niedergelegt auf ihren Gehalt testen. Zum einen, da dies durchaus Arbeit erfordert, was bedeutet, dass man sich Zeit dafür nehmen muss. Zum anderen jedoch, da unser Gehirn nur eine bestimmte Anzahl von Informationen im Kurzzeitgedächtnis speichern kann. Das hat zur Folge, dass wir denken, wir hätten eine fundierte Meinung zu einem Sachverhalt, aber zu der eigentlichen Argumentation dafür oder dagegen, kommen wir erst gar nicht, weil wir eben nicht so weit denken können.

 

Das geschriebene Wort hat dabei zwei erstaunliche Eigenschaften. Zum einen zwingt es uns eben weiter zu denken, weil wir auf Lücken in unserem Denken stoßen. Zum anderen lernen wir durch nichts so gut, wie etwas aufzuschreiben, und bemerken gleichermaßen recht schnell, wenn wir etwas beispielsweise zwar gehört, aber nicht verstanden haben, da wir es nicht in Worten wiedergeben können. Und sobald dies der Fall ist, wissen wir, dass wir zwar eine Meinung zu etwas haben, aber auch wie gering der Wert oder Gehalt dieser eigentlich ist.

 

Das Essay aus dem französischen »essai« wiederum abgeleitet von dem latainischen »exagium« (»Das Wägen«»Das Gewicht«) verfolgt diesen Gedanken. Zurück geht diese Gattung, die jedoch so gesehen keine spezifischen Regeln hat, auf den französischen Autor Michel de Montaigne. Er trat als Fragender auf, im Gegensatz zum wissenschaftlich Lehrenden. So gibt es keine Antworten. Noch wird das Ziel verfolgt, den Leser von einer eignen Meinung aktiv zu überzeugen, da man diese selbst hinterfragt und sich so versucht einer Wahrheit zu nähern, die der Leser aber letzten Endes für sich selbst finden muss.

 

So ähnelt es interessanterweise dem Kunstfilm, der ebenso nicht darauf bedacht ist, alle Fragen, die er aufwirft, zu beantworten, eben weil die Realität facettenreicher ist, als A führt zu B führt zu C Ende. Sodass der Betrachter nicht nur auf eine Leinwand blickt, sondern über diese in sich selbst. Dass unabsichtlich als Folge eines dieser Werke in Polen die Todesstrafe abgeschafft wurde (Kieslowski - A Short Film About Killing) zeugt von dem Wert, der darin liegen kann.

 

Erst, wenn man die gegensätzliche Meinung so gut argumentieren könnte, wie seine eigene, kann man durchaus zu der Annahme gelangen, dass man weiß, wovon man spricht. Nun kann ich nicht behaupten, dass ich diesem Ansatz nahe bin, denn die eigene Meinung als neutral zu behandeln, erfordert ungemeine Disziplin. Aber ich hinterfrage gerne. Sowohl das, was gemeinhin akzeptiert wird, als auch das, was gemeinhin nicht akzeptiert wird, um anhand dessen aufzuzeigen, dass die Welt nun einmal nicht so schwarz-weiß ist, wie sie manches Mal erscheint oder wir sie gerne hätten.

 

Zum anderen halte ich in dieser Form gerne fest, was ich über einen bestimmen Bereich bereits im Rahmen meiner Tätigkeit in Erfahrung bringen konnte, wobei sich dies auch häufig mit der ursprünglichen Form mischt.


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