Lyrik




Sommers Hauch

 

Dichter Schleier, doch nicht sichtbar,

hüllte alles, auch Gesichter.

Klein und braun. Rat mal wer ich war!

Schwarze Pünktchen, gab Gewitter.

 

Kurze Stoffhosen mit Trägern.

Nackte Füße. Rundes Leder.

Blonder Pottschnitt war der Eder,

spielte nie mit, nur Schiedsrichter.

 

Die Haut salzig. Mückenschwärme.

Staubwolken auf roter Erde

und Holzkohle aus der Ferne,

doch der Schleier ward nicht lichter.

 

Drei auf einem draht'gen Esel.

Auf dem Feld nahe den Reben.

Die im Kleid, war die Marlene,

doch die mochte nur Schmidts Micha.

 

Dieser Schleier über allem.

Selbst zum Feste, wenn sie lallten.

Ließen sich ins Heubett fallen.

Er war da. Er war sich sicher.

 

Ob auf Wald und Wiesenwegen,

intensiv, auch goss es Regen.

Blätterdach bot Nassen Segen.

Sommers Hauch. Vogelgezwitscher.

 

Dichter Schleier. Was es war?

Kindlich hat er nie gefragt.

Jetzt, wo's Denken rasch versagt,

fragt er sich auch endlich nicht mehr.