PROLOG

 

Wer ich bin, war schon immer Anlass zu hart geführten Debatten zwischen mir und dem Spiegel.

 

Mein Name ist Carsten Göttel (nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen Programmdirektor von Super RTL beziehungsweise meinem Erzfeind, da er denselben Namen trägt) und ich lebe seit 2009 in Düsseldorf (nicht zu verwechseln mit dieser anderen Stadt am Rhein, die meinen Erzfeind beheimatet).

 

Die Fronten geklärt kommen wir zum Wesentlichen. 1984 geboren kam ich von der Musik als Hobby zum Videoschnitt als Beruf zum Film als Leidenschaft. So führte mich das Drehbuch zur Literatur und die Kameraführung zur Fotografie. Denn im Endeffekt ist Film nicht anderes als Geschichten zu erzählen anhand von 24 Fotografien in der Sekunde. Zumindest fing es mit Lumieres »Arbeiter verlassen die Lumière-Werke« vor 125 Jahren einst so an.

 

 

Den Rest gab es im Grunde schon vorher. Die Schauspielkunst bereits im griechischen Theater und später kamen wechselnde Sets hinzu, als es nötig wurde die Einheit von Handlung, Ort und Zeit des Dramas zu überkommen, um »größere« Geschichten zu erzählen, so wie es die Literatur konnte.

 

Der Film trennte sowohl die Handlung von der Bühne, als auch von der direkten Präsenz des Zuschauers, in dem er sie konservierte. Später kehrte man teilweise zur Bühne in Form des Studios zurück, schaffte jedoch die Illusion, dass es keine Bühne ist, und die als wäre der Zuschauer unmittelbar anwesend durch Mittel der Montage, Einstellungsgrößen & Kamerapositionen. Daran mussten sich die Zuschauer jedoch erst gewöhnen. So lautet eine Anekdote, dass diese beim Betrachten der ersten Nahaufnahme eines Gesichtes dachten, der Protagonist sei enthauptet worden.

 

Innerhalb dieser kurzen Schilderung der Filmkunst gibt es selbstverständlich schier unendlich viele Möglichkeiten kreativ zu sein. Und das faßt es wohl am besten zusammen. Ich kreiere gerne. Nicht aus freien Stücken, sondern weil mich etwas treibt, weil ich der Idee nachgeben muss, da ich der Neugier nicht widerstehen kann zu sehen, was das Resultat ist.

 

Gleichermaßen war es eigentlich auch schon immer Nebensache, ob Brot dabei rausspringt. Der Lebensunterhalt lässt sich auf andere Art & Weise erzielen, solange ich der Welt mit diesen Werkzeugen, die irgendwie alle zum gleichen Kreis gehören, auf den Grund gehen kann.

Einfach ausgedrückt:

Das geschriebene Wort, das mehr aussagen kann als tausend Bilder, und das Bild, dem man nachsagt, dass es mehr aussagt als tausend Wörter.

 

Wie es zu dem Ganzen kam, lässt sich dann in der Biografie nachlesen. Ein kurzer Werdegang, da man Memoiren erst mit ziemlich genau Mitte 60 schreiben sollte. Noch nah genug dran, um es zu können, und doch weit genug entfernt, um es sich zu trauen.

 

Düsseldorf,10.10.2019